How to / Best Practices

Jobhopping – ultimativer Karrierebooster oder gefährliches Hindernis?

Jobhopping: Viel lernen in kurzer Zeit oder nur nervig für den Arbeitgeber? Wir schauen uns das Phänomen genauer an.


Jobhopping – Top oder Flop? Die sogenannten Jobhopper, die in kürzester Zeit von einem zum anderen Arbeitgeber hopsen, stellen zunehmend die Arbeitswelt auf den Kopf. In unserem Blogbeitrag gehen wir dem Jobhopping-Phänomen auf den Grund und geben Tipps, wie Sie den hüpfenden Arbeitnehmer wertvoll einsetzen können! 

Von Beruf Jobhopper

Auffälliger und häufiger Jobwechsel hat einen Namen: Jobhopping! Das neu zu scheinende Hobby, dass sich durch regelmässiges Wechseln, sogenanntem “hopping” von Unternehmen zu Unternehmen in kürzester Zeit auszeichnet, ist vor allem bei der jüngeren Generation ein beliebter Trend geworden. Ein Leben lang bei ein und derselben Firma arbeiten? Öde und war einmal! Völlig veraltete Vorstellungen werden von der einst so modernen Arbeitswelt überholt und dadurch sind häufigere Arbeitgeberwechsel auch keine Seltenheit mehr. Der Wunsch nach einem dynamischen, flexiblen und vor allem aufregenden Lebens- und Arbeitsstil ist so präsent wie noch nie und ein absolutes Must Have eines jeden Arbeitnehmers. Vor allem für hochqualifizierte Fachkräfte die perfekte Grundlage und Mittel (zum Zweck) für einen schnelleren Aufstieg der Karriereleiter. Denn durch die ständigen Arbeitsplatzwechsel lernen sogenannte Jobhopper neue Branchen und Unternehmenskulturen viel schneller kennen und können durch den anschliessenden raschen Positionswechsel gesteckte Ziele flotter erreichen – mit im Gepäck sind wertvolle (Berufs-) Erfahrung aus verschiedenen Arbeitsfeldern, was auch bei Unternehmen punktet und Interesse weckt. Oder?

Jobhopping – Chance oder Gefahr? 

Nicht alle Personaler und Unternehmen empfangen die “Job-Bummler” mit offenen Armen. Nicht ohne Grund wird Jobhopping oftmals negativ assoziiert: Wer zu oft wechselt und das Jobhopping übertreibt, nährt Zweifel an seiner Loyalität, Teamfähigkeit und Kompetenz. Denn die schnellen Sprünge von Job zu Job lassen Unbeständigkeit und Unzuverlässigkeit des potentiellen Bewerbers und Hoppers erahnen. Was das für Unternehmen und HR bedeutet? Unsicherheit und Stress verbunden mit ganz viel Aufwand und starken Nerven – um am Ende des Tages sinnbildlich auch nur ein Sprungbrett für den einst so munteren Jobhopper zu sein. Auch wenn viele (unbeabsichtigte) Faktoren wie befristete Arbeitsverträge, Umstrukturierungen und Fachkräftemangel zu dem neuen Arbeitstrend beitragen können: Ein Bewerber, der zu viele Stationen in seinem Lebenslauf auflistet, fällt automatisch auf und wird ganz besonders unter die Lupe genommen.

Wie also “gesund” seinen Job wechseln und neuen Herausforderungen nachgehen? Wann wird ein Arbeitgeberwechsel überhaupt zu viel und plakativ mit dem Begriff Jobhopping bestraft?
Eins ist klar: Der Grad zwischen gerechtfertigtem Jobwechsel und launischem Hin und Her ist wahnsinnig schmal. Eine gesunde Balance zwischen dem Nie-Wechsler und Viel-Wechsler ist das Geheimnis. Doch wie?

Vom normalen Wechsel zum Hopping 

Jobwechsel sind eine absolute Normalität und, laut Experten, sogar ein absolutes Muss für den beruflichen Erfolg und die persönliche Weiterentwicklung. Den Arbeitgeber alle drei bis fünf Jahre zu wechseln ist deshalb absolut in Ordnung und gilt als akzeptabler Orientierungswechsel. Ein Wechsel nach nur einem oder zwei Jahren? Vor allem unbegründet nicht gern gesehen und wird deshalb schnell als Jobhopping bezeichnet – aber auch nur sobald dies regelmässig im Lebenslauf erscheint. Wann Jobhopping also wirklich anfängt, definiert trotz der “alle drei bis fünf Jahre – Regel” jedes Unternehmen und Personaler ganz individuell für sich – und ist demnach von der fachlichen Einschätzung abhängig. So sehen manche Recruiter in Jobhopper sprunghafte und unmotivierte Personen, Stichwort Jobnomade, während andere flexible und neugierige, hüpfende Dienstnehmer mit buntem Lebenslauf favorisieren. Denn die vermeintliche Lehrbuch-Karriere rutscht immer mehr in den Hintergrund und wird ganz schön out. Ein abwechslungsreicher und nicht unbedingt geradliniger Lebenslauf zeugt von Charakter und Wissbegierde – mit interessanten Side-Steps kann das trotz leichtem Jobhopping ein wertvoller Kandidat und potenzieller Arbeitnehmer werden, aber auch nur, wenn dieser seinen sprunghaften Lebensstil ausreichend begründen und die häufigen Wechsel in ein möglichst gutes Licht rücken kann.

Dass Arbeitnehmer zunehmend offen für Neues sind, zeigt eine Umfrage im Auftrag von Xing: Obwohl ganze 83 Prozent mit ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit zufrieden sind, könnte sich jeder Dritte vorstellen, den Job noch in diesem Jahr zu wechseln, zu gross ist der Wunsch nach Weiterentwicklung, entdecken neuer Fähigkeiten und kennenlernen eines neuen Arbeitsumfeldes. Denn die Sehnsucht nach Freiheit und Flexibilität lässt Menschen nach Berufen suchen, in denen Unabhängigkeit und Selbstbestimmung erfahrbar sind, Stichwort Gig-Economy

Die Vorteile von Jobhopper für Unternehmen

Dem schlechten Ruf zum Trotz, verbergen sich in den hüpfenden Arbeitnehmern Multitalente und anpassungsfähige Allrounder. Warum Jobhopper einstellen?
Wir sagen es Ihnen:

1. Durch ihren flexiblen Arbeitsstil sind Jobhopper unglaublich unkompliziert – und packen da an, wo Hilfe benötigt wird – ohne lange Einarbeitung und Erklärung. 

2. Jobhopper lieben Innovation und Fortschritt – welchen sie auch automatisch am Arbeitsplatz einbringen. Davon profitieren Unternehmen enorm! 

3. Jobhopper zeichnen sich durch ihre Hands-on Mentalität aus – anstatt nach Ausreden zu suchen und Probleme zum dritten Mal zu diskutieren, setzen sie Ihre Pläne direkt in die Tat um. 

4. Jobhopper bringen eine Menge neues und wertvolles Know How mit – ein positiver Effekt für Team, Projekte und beim Erreichen von gesteckten Zielen. 

Fazit

Jobhopping – ein vielversprechender Arbeitstrend, der nicht nur bei seinen Hauptakteuren von grosser Beliebtheit ist, sondern auch nach und nach bei Unternehmen viele Befürworter findet und so langfristig als attraktives und wertvolles Modell überleben kann – aber nur mit der richtigen Führung

Weitere Informationen

Ein gutes Onboarding entscheidet darüber, wie schnell der neue Mitarbeiter voll einsatzfähig ist. Hier vergisst man schnell wichtige Faktoren. Daher lohnt sich unser Leitfaden zu einem erfolgreichen Onboarding:

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