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Wanted: Digitalisierung in Europa. Reward: unbezahlbar!

Ein Beitrag von Melissa Rösch

Die grosse Frage nach den ernüchternden Ergebnissen der Schweizer Studie – wie sieht es eigentlich in dem restlichen Europa in puncto Digitalisierung aus? Wie digital sind unsere Nachbarländer im HR unterwegs? Und wie rekrutieren diese eigentlich ihre Talente?

Internet of Things

Wer im Urlaub ein nettes Café sucht, sucht im Netz oft vergeblich. Das habe mittlerweile wahrscheinlich nicht nur ich als Marketing(-affine) Praktikantin bemerkt. Meistens findet man die besten Geheimtipps nämlich gar nicht im Netz, sondern – noch wie in den alten Zeiten – durch Mundpropaganda.
Jedoch recherchiert man heutzutage gerne im Voraus wo es den besten Cappuccino oder die leckerste Paella gibt (Google lässt grüssen) und schaut sich die Leckereien zuvor auf Instagram und Co. an.
Den Food Bloggern sei dank, dass einige Restaurants mittlerweile überhaupt irgendwie im Netz aufgelistet sind, aber so ein richtiger Internetauftritt lässt sich zum Teil nur schwer auffinden.

Ich vermute, dass oben beschriebenes Szenario auch ausserhalb der Gastro-Branche ähnlich aussieht. Viele „Geheimtipps“, also die vielen „unscheinbaren“ kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs), besitzen nicht immer eine informative Webseite. Das ist doch nicht mehr zeitgemäss? Immerhin zählen wir in Europa mittlerweile 615 Millionen Internetnutzer. Das alles kommt aber nicht von ungefähr: Laut einer diesjährigen Studie der Europäischen Kommission haben fast die Hälfte aller Europäer (45%) keine grundlegenden digitalen Kompetenzen wie E-Mail-Nutzung, Text-/Bildbearbeitung oder das Installieren neuer Geräte. 

Was ist mit dem HR?

Marketingtechnisch sieht es also nicht so blendend aus.
Wie werden dann -wenn schon keine Kunden- potenzielle Bewerber auf Unternehmen aufmerksam, wenn Social Media weit und breit nicht aufzufinden ist oder eine eigene Webseite erst gar nicht existiert? Vor allem bei dem Rekrutieren der jungen Generation sollte doch auf  Onlinemedien und schnelle Kommunikation gesetzt werden.

Eine Webseite haben reicht noch lange nicht aus!

Eine Schweizer Studie hat allerdings gezeigt, dass eine Webseite zu besitzen, noch lange nicht bedeutet eine moderne und effiziente Rekrutierungsmethode anzuwenden. Der Umfrage zufolge erhalten nämlich mehr als 60% der befragten Unternehmen eingehende Bewerbungen noch immer über den Postweg oder per Email.

Damit es überhaupt zu Bewerbungen kommt, sollte idealerweise eine Karriereseite vorhanden sein. Doch auch diese lassen oft zu wünschen übrig. In vielen Fällen finden sich darauf nämlich einfach nur allgemeine Information, die ebenso auf der Hauptseite zu finden sind. Von den 81% der untersuchten Unternehmen, die eine Karriereseite haben, publizieren jedoch 41% lediglich ihre Stellenausschreibungen darüber und somit bleiben die Seiten oftmals einfach leer.

 Die Grossen machen es vor, aber wie sieht es bei den Kleinen aus?

Die grossen europäischen Konzerne wie Lufthansa, IKEA, Ferrero und Co. geben ihren Bewerbern auf den Karriereseiten neben aktuellen Vakanzen tiefere Einblicke anhand von Mitarbeitererfahrungen, Fotos und Videos. Als Bewerber weiss man also im Vornherein schon mit welchem Team man auskommen muss und wie die zukünftigen Kollegen aussehen. Wer dann noch nicht genug hat, kann auf den diversen Social Media Kanälen zusammen mit Tausenden von „Fans“ zusätzlich den Büroalltag der Mitarbeiter beobachten oder diese virtuell zu Seminare begleiten.

Das ist ja alles schön und gut, doch den Grossteil der Arbeitsplätze in Europa machen die 23 Millionen KMUs aus, welche ebenso auf qualifizierte Talente angewiesen sind.  Wenn bei diesen allerdings teilweise keine Email Adresse geschweige denn ein Ansprechpartner zur Kontaktaufnahme auf der Webseite aufzufinden ist, dann ist an Videos und Social Media vermutlich gar nicht erst zu denken. Deshalb sollte genau an der Stelle ein Lösungsansatz her, denn den 45% Europäer, die nicht einmal digitale Basics anwenden können, stehen die sogennanten Millennials gegenüber, welche zu 76% ein Smartphone besitzen und gefühlt daueronline sind.

Andere Länder, andere Sitten 

Wie sieht das Ganze denn nun genau bei unseren Nachbarn, dem Süden Europas oder bei den sonst so vorbildlichen Skandinaviern aus? Wie präsent sind die KMUs dort in der Onlinewelt? Eines ist bei den vielen Fragezeichen jetzt jedenfalls klar: Mich interessiert nun brennend, wie ausländische KMUs ihre Stellen unter diesen Bedingungen erfolgreich besetzen und wie diese im internationalen Vergleich abschneiden. Es wird spannend bleiben, denn zu diesem Thema folgt bald mehr.

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