Zum Inhalt springen

Tool time: Wir bauen einen Chatbot!

close up hands multitasking man using tablet, laptop and cellhpo

Bereits Anfang Juni berichteten wir über einen digitalen Assistenten, der sich zur Jobsuche anbietet. Doch nicht nur im HR, sondern in der gesamten Technologiebranche scheinen sich Chatbots rasant zu entwickeln! Denn in Zukunft sollen die Helferlein auch im Alltag beim Online-Einkauf, der Restaurantsuche oder als Nachrichtenhub dienen.

Psychotherapeut, der Phrasen drischt.

Eine erste Anstellung fand der Chatbot jedoch als Psychotherapeut. Bereits 1966 entwickelte Joseph Weizenbaum ein Programm namens ELIZA, das mit dem Nutzer in ganzen Sätzen kommunizieren konnte. Recht einfach konzipiert, verwendete ELIZA ein strukturiertes Wörterbuch. Über einzelne Begriffe aus dem eingegebenen Text des Benutzers, konnte das Programm auf Synonyme oder Oberbegriffe schliessen. Zum erkannten Begriff wurde dann schliesslich eine möglichst passende Phrase ausgegeben.

Heutzutage gibt es unzählig viele verschiedene Bots. Das Grundprinzip und damit auch die grösste Herausforderung eines Bots besteht aber nach wie vor. Entscheidend ist nämlich die möglichst genaue Erkennung der menschlichen Eingabe. Nur so kann der Chatbot dem Anwender passende Antworten liefern und somit ein authentisches Gespräch vorgaukeln.

Auch Facebook setzt auf Chatbot.

Auf der Facebook Konferenz für Entwickler, Mitte April, präsentierte Mark Zuckerberg die Implementierung von Chatbots in den hauseigenen Messenger. Somit stehen diverse Chatbots bereits über 900 Millionen Menschen zur Verfügung und könnten von circa 50 Millionen Firmen genutzt werden (Nutzerzahlen des Facebook Messenger/Monat). Zum Start des „Bot“ Feature standen beispielsweise ein News-Assistent von CNN zur Verfügung oder der Wettermelder „Poncho“.

Ohne Java oder Phyton zum Bot?

Auch wenn Sie Phyton mit einer Würgeschlange assoziieren und Sie bei Java an die indonesische Insel denken, wird es Ihnen trotzdem möglich sein, einen simplen Chatbot zu entwerfen.

Grundlegend wird der Bot natürlich mittels einer Programmiersprache erschaffen. Durch die gesteigerte Popularität werden mittlerweile aber auch Tools angeboten, mit denen sich der Assistent deutlich einfacher erstellen lässt. Ein Beispiel dafür ist „Chatfuel“. Wie dieses Tool funktioniert, möchten wir Ihnen im Folgenden präsentieren und entwickeln deshalb Schritt für Schritt einen Chatbot für unsere jacando Facebook-Seite:

Für das erste Design des Bots empfehlen sich vorerst Stift und Papier, denn das Grundgerüst baut man am besten mit einer einfachen Skizze. Nachdem man den Funktionsumfang definiert hat und damit auch die Antwortmöglichkeiten des Bots festgelegt sind, ist der „Bauplan” bereit zur Umsetzung.

Quelle: jacando.com

Nach der Registrierung auf der Seite, die wie das Erstellen und veröffentlichen eines Bots gänzlich kostenfrei ist, gelangt man zum „Dashboard”. Darüber kann man auf seine Bot-Projekte zugreifen oder neue Chatbots erstellen.

Ist ein Name gefunden, kann aus verschiedenen Voreinstellungen gewählt werden. Der „Tutorial bot” hilft beim ersten Einfinden in das Tool. Bei jedem Facebook Chatbot erscheint zuerst eine obligatorische Begrüssungs-nachricht. Diese zielt darauf ab den Zweck und Nutzen des Chatbots kurz zu umreissen.

Quelle: Chatfuel.com

Blöcke und Logik.

Grundlegend ist der Chatbot nun aus verschiedenen Blöcken (“Blocks”) aufgebaut. Diese können durch diverse „Buttons“ erweitert werden, die zum nächsten Block führen. Nun ist logisches Verständnis gefragt, um aus Blöcken und Buttons einen stimmigen Bot zu erzeugen.

Quelle: Chatfuel.com

Auch Bilder zur Kommunikation geeignet.

Blöcke können aus gewöhnlichen Textpassagen bestehen, aber auch Bilder und ganze Galerien als Antwort auf einen Nutzereingabe beinhalten. Fragt der Nutzer eines Chatbots für Restaurants beispielsweise nach Desserts, so kann ihm der Bot Bilder der verschiedenen Nachspeisen samt Preisinformationen präsentieren. Darüber hinaus ist es möglich Fragebögen an den Nutzer zu übermitteln. So sammelt der Bot rasch einige Informationen und erhöht dadurch die Passgenauigkeit der Antworten.

Quelle: Chatfuel.com
Quelle: Chatfuel.com

Mittels künstlicher Intelligenz zur Magie.

Die verschiedenen Reiter bieten eine gute Übersicht über den Funktionsumfang des Tools. Unter „Structure” werden die Antwortmöglichkeiten durch die Blöcke erstellt. Im „AI Setup” (A.I. = englische Abkürzung für künstliche Intelligenz) entsteht die eigentliche Magie des Chatbots. Hier können eigene Phrasen notiert werden, durch welche das Programm auch ähnliche Wörter und Sätze des Nutzers automatisch erkennen soll. Die passenden Antworten erscheinen dann in Form eines Blocks. Das ermöglicht im Optimalfall eine recht natürliche Kommunikation zwischen Bot und Nutzer, die einem echten Gespräch ähneln soll.

Quelle: Chatfuel.com
Quelle: Chatfuel.com

Ist die erste Skizze durch Blöcke und Buttons ins Tool übertragen ? Sind die Fragen und Antworten definiert? Folgt auf jede Interaktion des Nutzers eine logische Reaktion des Bots? Dann ist der Chatbot einsatzbereit und kann direkt über die Chatfuel App zur Facebook-Unternehmensseite hinzugefügt werden. Die Prüfung des Bots durch Facebook, bedarf allerdings einiger Tage.

 

Übrigens: In Kürze erscheint unser jacando Chatbot, search_match genannt. Der Link und eine kurze Erläuterung folgen!

Published in[:de]HR Trends[:en]HR Trends[:de]HR Wissen[:en]HR Know-howAllgemein