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New Work: Die Arbeit der Zukunft

Globalisierung, Arbeitsmigration, Technologisierung – Themen, die den Arbeitsmarkt von heute massgeblich prägen und grundlegende Fragen aufwerfen: Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Wo und vor allem wann arbeitet man? Wie kommuniziert man? Welche Hierarchien gelten? Welchen Platz nimmt die Arbeit im Leben einer Person ein und wofür arbeiten wir?

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Begriffe wie Eigenverantwortung, Selbstreflexion, Selbstverwirklichung, Freiheit und Gemeinschaftsdenken, aber auch virtuelle Zusammenarbeit, augmented reality oder crowd innovation werden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Kurz gesagt, es geht um die Arbeit der Zukunft: Klassische Konzepte der Arbeit werden dabei überdacht, und im Zusammenhang mit Zeit, Raum und Organisation neu erfunden.

Die Philosophie dahinter.

All dies kann grob unter dem Begriff „New Work“ zusammengefasst werden. Begründer der New Work-Bewegung ist der Philosoph Frithjof Bergmann, der sich seit den späten 1970er Jahren mit neuen Ansätzen der Arbeit befasst, und bereits 1984 ein erstes Zentrum für Neue Arbeit in Michigan gegründet hat. Professor Bergmann hat mit Individuen sowie Gemeinschaften in den USA, Canada und Deutschland gearbeitet, um positive Strategien zu entwickeln, wie mit der sich wandelnden Natur von Arbeit umgegangen werden kann.

Professor Bergmann versteht unter dem Begriff New Work, dass neue Technologie so eingesetzt wird, dass sie nicht einfach nur zu einer Beschleunigung des Arbeitsprozesses führt, sondern vielmehr die repetitiven, langweiligen und zermürbenden Arbeiten übernehmen soll, so dass der Mensch sich kreativeren und erhebenderen Tätigkeiten zuwenden kann.

Ein Hauptfokus liegt darauf, das zu tun, was man liebt. „Do what you love“ wird jedoch etwas weiter definiert: Es geht weniger darum, nur das zu tun, was man liebt, sondern vielmehr, den Menschen zu erlauben, einer Beschäftigung nachzugehen, in der sie einen Wert sehen. Arbeit wird dabei als ureigenes Bedürfnis des Menschen verstanden, und kann deshalb einen belebenden, ja sogar antreibenden Effekt haben. Je mehr Nutzen man in seiner Arbeit sieht, desto erfüllender ist die Arbeit. In Arbeit, durch die anderen geholfen wird, wird potenziell mehr Nutzen gesehen. Wie Bergmann in einem Interview sagte:

“Purpose is the decisive criteria. If you feel that the work you do serves some powerful, interesting, and inspiring purpose, then it becomes quite easy to do.”

 Natürlich geht Professor Bergmanns philosophischer Ansatz noch weiter: Durch die Nutzung von Technologie und der damit neu ermöglichten Gemeinschaftsproduktion („Community production“), soll eine völlig neue Kultur geschaffen werden, welche die Armut in der Welt ausradieren und zu erfüllenderen, geistfördernden Beschäftigungen führen wird. Darauf im Detail einzugehen, ginge hier zu weit. Zudem ist eine gewisse Utopie in Bergmanns Ansätzen nicht zu verleugnen. Was würde denn geschehen, wenn jeder nur das machen würde, was er wollte? Und würde unsere Gesellschaft so überhaupt funktionieren können? Kritiker werfen Bergmann auch Elitismus vor, da es nach wie vor den Bessergestellten vorbehalten sei, nur das zu tun, worauf man wirklich Lust hat. Aber darum geht es hier nicht. Wichtig zu verstehen ist, dass hinter New Work ein vielseitiges System steht, welches Aufschluss über neue Ansätze der Arbeitsgestaltung gibt, die in der heutigen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Die Umsetzung.

Was sich daraus für die Arbeit ergibt, sollte eigentlich selbsterklärend sein: Wer seinen Job liebt, arbeitet besser und kreativer. Ist die Arbeit die man tut erfüllend, hat man mehr Motivation, aber auch mehr Loyalität gegenüber seinem Arbeitgeber. Durch die Digitalisierung bieten sich unzählige neue Möglichkeiten, Arbeitsbedingungen besser auf die jeweiligen Bedürfnisse der Angestellten anzupassen. Wie bereits erwähnt, geht es bei New Work oft um eine neue Sichtweise auf die klassischen Konzepte der Zeit, des Raums und der Organisation.

Umgestaltete Zeit bedeutet vor allem die Abschaffung von fixen Arbeitszeiten und Stempelsystemen. Neu gefragt sind flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit und Job-Sharing. Stichworte sind hier auch Work-Life Balance (über die wir vor einiger Zeit bereits einmal berichtet haben) und 24/7-Gesellschaft.

Beim neu erfundenen Raum werden nicht nur die klassischen Büroräumlichkeiten auf den Kopf gestellt, so dass flexible workspaces möglich werden, sondern auch die Notwendigkeit der Arbeiter vor Ort hinterfragt. Die Digitalisierung macht Phänomene wie digital nomads überhaupt erst möglich und erlaubt Arbeitsmodelle wie home office oder eine Zusammenarbeit von Menschen, die tausende von Kilometern voneinander entfernt vor ihren Bildschirmen sitzen.

Ein weiteres Umdenken findet auch in der Organisation von Arbeit statt. Es gibt eine Tendenz zu flacheren Hierarchien, aber auch für die Kommunikation innerhalb des Unternehmens ergeben sich aus der Digitalisierung neue Möglichkeiten.

Und was bedeutet das nun genau für die sogenannte „Neue Arbeit“? Wie genau soll man sich diese neuen Arbeitsräume vorstellen, und was sind die Vor- und Nachteile, wenn jeder dann arbeitet, wenn es ihm am besten passt? Sind solche neuen Arbeitsmodelle in allen Branchen möglich, oder gibt es Bereiche, wo es schlichtweg nicht möglich ist, von der alten Arbeitsweise abzuweichen? Und was passiert, wenn niemand wer weiss, wer das Sagen hat?

Dies hier war lediglich eine erste Einführung in den vielfältigen Bereich von New Work, und viele Fragen konnten dabei nicht beantwortet werden. Gerade weil New Work so ein grosses Thema ist, werden wir uns auf diesem Blog weiterhin mit diesem Thema beschäftigen, um vereinzelte Themenbereich von New Work vertiefter zu Behandeln.

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