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Mitarbeitersuche durch die Crowd.

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Crowdsourcing. Das sagt Ihnen nichts? Crowdworking. Keine Ahnung? Crowdfunding. Jetzt dürfte es bei einigen “klingeln”. Crowdfunding-Plattformen werden im Netz schliesslich immer populärer, selbst kleine Gemeinden versuchen sich schon an der neuartigen Finanzierungsmethode.

Von Anfang an.

Doch noch einmal von Anfang an. Schliesslich befinden wir uns immer noch auf einem HR-Blog. Da geht es vielmehr um “sourcing” und “working” als um “funding”. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Crowdsourcing nämlich Schwarmauslagerung. Ein sperriges Wort, was den meisten nicht so leicht über die Lippen gehen wird wie das englische Pendant. Doch handelt es sich dabei lediglich um ein weiteres Buzzword in der hype-getriebenen HR-Welt, oder steckt hinter Crowdsourcing doch mehr als nur eine eigenartige deutsche Übersetzung?

Crowd, Crowd, Crowd.

Tatsächlich geht es beim Crowdsourcing darum, Aufgaben an eine grössere Gruppe auszulagern, welche sie durch die vielfältige Struktur und das komprimierte Wissen schneller oder besser erfüllen kann. Das schon genannte Crowdworking, findet beispielsweise auf verschiedenen Internet-Plattformen statt. Dabei können Unternehmen oder Einzelpersonen Aufgaben (und Budget) bestimmen und sie dann von der “Crowd” erfüllen lassen. Ähnliche Plattformen sind auch zum Crowdfunding entstanden. Darauf können neue Produkte finanzielle Unterstützung zum Launch oder zur Fertigstellung erhalten. Selbst soziale Projekte werden mittlerweile “crowdgefundet”. In gewisser Weise könnte sogar eine einfache Frage, in einem sozialen Netzwerk an Freunde und Bekannte gestellt, als Crowdsourcing bezeichnet werden. Dabei wird die sogenannte “wisdom of the crowd”, die Weisheit der crowd genutzt. Fazit: Ziemlich viel crowd, aber wozu das alles im HR?

Mitarbeiter = Crowd = Erfolg?

Nun kann Crowdsourcing eben auch zur Rekrutierung genutzt werden. Den entscheidenden Faktor zum Erfolg stellen die eigenen Mitarbeiter dar! Natürlich könnte man auch eine externe Plattform nutzen. Darauf werden die Stelleninserate ausgeschrieben und dann von unzähligen (semi-)professionellen Headhuntern bearbeitet. Damit erhält man dann jedoch die schiere Masse an Bewerbern. Ziel eines Recruiters sollte es jedoch sein, den einen perfekten Kandidaten zum Inserat zu finden und nicht 100, in etwa passende Bewerber anzulocken.

Deshalb kann es hilfreich sein, dabei auf die eigenen Mitarbeiter zu vertrauen; und damit sind selbstverständlich nicht nur die Beschäftigten aus der HR-Abteilung des Unternehmens gemeint. Gerade in den Abteilungen, in denen es offene Stellen gibt, sollten die Mitarbeiter zur Suche motiviert werden. Das kann über einen einfachen Aufruf geschehen oder aber auch durch ausgeklügelte Mitarbeiterempfehlungsprogramme noch weiter gesponnen werden.

Mitarbeiterempfehlungsprogramm oder crowdsourcing?

Diese Mitarbeiterempfehlungsprogramme (MEP) funktionieren unter zwei Voraussetzungen besonders gut. Zum einen sollten die eigenen Beschäftigten mit ihrem Job im Unternehmen zufrieden sein. Es leuchtet ein, dass unzufriedene Mitarbeiter keinem Freund oder Bekannten den eigenen Arbeitgeber weiterempfehlen würden. Zum anderen sollten die MEP so ausgestaltet sein, dass zusätzlich gewisse Anreize zur Empfehlung entstehen. Das können simple Provisionssysteme sein (beispielsweise eine prozentuale Auszahlung des zukünftigen Lohns einer durch Empfehlung besetzten Vakanz) oder spezielle Punktesysteme. Dabei können die Beschäftigten für bestimmte Qualitäten der Empfehlung (z. B.: Der empfohlene Kandidat schafft es bis zur Bewerbung / Bewerbungsgespräch / Assessment / Anstellung) eine festgelegte Menge an Punkten erhalten und diese dann gegen Prämien einlösen.

Grössere Reichweite, höhere Qualität.

Die Crowd fungiert dabei nicht nur als Reichweiten-Multiplikator, sondern auch als “Gatekeeper”. Denn die eigenen Mitarbeiter wissen meist genauer Bescheid, welche Skills in ihrer Abteilung benötigt werden und (besonders wichtig), welcher Typ Mensch zur Abteilung und zur Unternehmenskultur passt. Deshalb weisen Mitarbeiterempfehlungen oft eine besonders hohe Qualität auf und sind jedem KMU (und grösseren Unternehmen) zu empfehlen. Hinzu kommt ja darüber hinaus noch die Kostenersparnis für das Unternehmen, die sich aus “crowdgesourcten” Mitarbeitern ergibt: Die Empfehlung macht den Headhunter oder die Ausschreibung in den üblichen Portalen im besten Falle überflüssig und mindert so den Rekrutierungsaufwand.

Richtig umgesetzt kann Crowdsourcing also tatsächlich ein wirkungsvolles Instrument zum modernen Recruiting sein. In der Anwendung erinnert Crowdsourcing jedoch sehr an die (altbekannten) MEP. Hat das HR also ein neues Buzzword gefunden? 😉

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