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HR Trend: Snapchat?

Snapchat – so nennt sich eine App, deren Nutzerzahlen über die letzten Jahre explodieren. Von vielen HR-Experten schon zum grossen Trend des Jahres 2016 auserkoren, stellen sich einige Fragen: Was macht diese App? Wie funktioniert sie? Und was hat das alles auf einem HR-Blog verloren?!

Quelle: snapchat.com
Quelle: snapchat.com

Snapchat? Was ist das überhaupt?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei Snapchat um einen Kurznachrichtendienst. Allerdings dreht es sich dabei nicht um einen weiteren Whatsapp- oder Facebook Messenger-Klon.  Denn die Nachrichten sind nicht wie üblicherweise auf unbegrenzte Zeit verfügbar, sondern verschwinden nach dem ersten Lesen in maximal zehn Sekunden wieder.

Insgesamt nutzen schon über 200 Millionen Menschen den Messenger jeden Tag. Dabei konsumieren Sie 10 Milliarden Videos. Weltweit liegt Snapchat damit in dieser Kategorie nur knapp hinter Facebook! Der Erfolg scheint, gerade in jüngeren Zielgruppen, ungebrochen. Laut Media Use Index 2015 sind bereits 59 Prozent der 14- bis 19-Jährigen in der Schweiz auf Snapchat aktiv – Tendenz steigend.

Und was hat das nun mit HR zu tun?

Nun gibt es nicht nur die Funktion, Nachrichten direkt an bestimmte Kontakte zu senden, sondern es ist auch möglich, seine Inhalte für 24 Stunden mit allen Nutzern zu teilen, die den Kanal abonniert haben. Also vergleichbar mit einem Facebook- oder Twitter-Post.  Durch kurze Foto- und Videobeiträge entsteht nach und nach die sogenannte „Story“. Damit bietet Snapchat nach Facebook, Twitter und Konsorten, eine weitere Plattform, um ein Unternehmen  zu präsentieren.

snapchat

In 10 Sekunden zum Vorstellungsgespräch.

Beispielsweise ist es möglich, aktuelle Stellenausschreibungen über den eigenen Kanal schnell und effektiv zu verbreiten. Sozusagen als erweiterte Recruiting-Plattform. Deutlich radikaler ist die Idee, Bewerbungen nur über Snapchat zu empfangen: Die norwegische Werbeagentur DDB Oslo erregte damit schon Anfang 2014 grosses Aufsehen. Für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch nach Oslo, sollten sich die Interessenten nicht streng formal bewerben, sondern durch ein kurzes Snapchat Video beeindrucken. Über den „The Snapchat Pitch“ fand das Unternehmen schliesslich einen passenden Bewerber.

Employer Branding mit Snapchat.

Snapchat kann einfach ins Employer Branding einbezogen werden. So bieten kurze Beiträge aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeiter, kombiniert mit Links und Infos zu Stelleninseraten, eine gute und einfache Möglichkeit, dem Unternehmen auf Snapchat ein Gesicht zu geben. Das Unternehmen wirkt so nahbarer und persönlicher.

Die öffentlichen Posts können eine grosse Anzahl von Nutzern in einer attraktiven Zielgruppe erreichen. Jedenfalls jeden Nutzer, der dem Kanal folgt. Deshalb ist es wichtig, das Snapchat-Profil kontinuierlich zu pflegen und zu bewerben. Berufsinformationsveranstaltungen und Absolventenmessen bieten hier eine gute Möglichkeit. So können dort zum Beispiel Flyer oder Ähnliches mit dem „Snapcode“ (siehe Bild oben) verteilt werden. Interessierte können dann einfach den Code fotografieren und werden via Snapchat auf dem Laufenden gehalten.

Das Potenzial der App hat auch die Personalabteilung des Detailhändlers Rewe erkannt und startete vor einigen Wochen einen Snapchat Account. Die HR-Verantwortlichen scheinen sehr zufrieden mit dem neuen Kommunikationsmedium. So fällt auch Melanie Bertholds (Personalmarketing/ Employer-Branding bei Rewe) Fazit positiv aus: „Zuerst haben wir Snapchat als Experiment gesehen, die Resonanz zeigt aber schon jetzt, dass es viel mehr ist.” [Im Interview mit Sachar Klein auf etailment.de]

Zukunft im HR? Ungewiss.

Trotz der Möglichkeiten, die Snapchat bietet – die Zielgruppe bleibt (vorerst?) noch recht eingeschränkt und konzentriert sich auf die sehr junge Generation. Auch wenn der Kanal kostengünstig und mit wenig Aufwand betrieben werden kann, sollte deshalb vorab von Unternehmensseite genau geprüft werden, ob sich ein eigener Kanal bei Snapchat lohnt und er die Zielgruppe erreicht.

Wir bleiben gespannt, wie sich dieser Kanal in der Welt des HR behauptet und werden weiterhin ein waches Auge darauf halten.

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