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Wie Sie Künstliche Intelligenz im HR einsetzen – Watson und Chatbots

Giant robot holding a resume, having a job interview with a hiring manager, EPS 8 vector illustration, no transparencies

Zu den spannendsten digitalen Trends im HR-Software-Bereich gehören Künstliche (und Virtuelle) Intelligenz und Big Data. Welche Anwendungen gibt es hierzu im HR und wie können diese das Recruiting, Mitarbeiterentwicklung und Talentförderung sowie die Zusammenarbeit im Unternehmen verändern? Wir haben in unserem letzten Beitrag über Big Data in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz im HR geschrieben, in diesem Beitrag geht es um Chatbots im Recruiting und welche Auswirkung künstliche Intelligenz auf die Personalarbeit der Zukunft hat.

Chatbots im Recruiting

Auch im Recruiting verrichten Chatbots bereits ihren Dienst. Auf Karriereseiten beantworten sie Talenten zum Beispiel automatisiert Fragen über offene Stellen, Karrieremöglichkeiten oder über das Unternehmen. Doch das „Wissen“ solcher Chatbots ist begrenzt. Sie können korrekten Output nur zu dem Fragenkatalog geben, für den sie konkret programmiert sind. Jede abweichende Formulierung bringt die virtuellen Assistenten an ihre Grenzen.

Das dürfte auch einer der Gründe sein, warum es Chatbots bislang nur in handverlesener Zahl ins Human Ressources Management geschafft haben. Gerade 3,3 Prozent der Top-1.000-Unternehmen bieten laut der Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg einen solchen digitalen Assistenten an.

Doch das könnte sich ändern. Richtig interessant dürfte das Thema Chatbot für Unternehmen werden, wenn nach der ersten Generation der eher einfach strukturierten Chatbots die nächste zum Einsatz kommt, die durch maschinelles Lernen und Zugriff auf Big Data die volle Kraft der Künstlichen Intelligenz nutzt.

Intelligente Chatbots

Zwar befinden sich die entsprechenden Technologien noch in einem eher frühen Entwicklungsstadium. Aber lernfähige Chatbots sind alles andere als Zukunftsmusik. Seit Jahren feilt Computergigant IBM an seinem kognitiven System „Watson“. Dessen künstliche Intelligenz ist darauf ausgelegt, zu verstehen, Schlüsse zu ziehen und zu lernen. Dafür extrahiert Watson Wissen aus strukturierten und unstrukturierten Informationen aus Datenbanken oder dem Internet, kombiniert und analysiert diese.

Ein mit Watson verknüpfter HR-Chatbot wäre von einem völlig anderen Kaliber als die virtuellen Kollegen, die bereits auf dem Markt sind. Nicht nur Prozesse, Märkte oder der Zustand von Maschinen lassen sich seiner künstlichen Intelligenzen im Detail analysieren – auch die Eignung von Mitarbeitern kann in Zukunft möglicherweise von diesen Systemen beurteilt werden.

HR-Verantwortliche könnten ihn beispielsweise fragen: „Würde dieser Bewerber in unser Team passen?“ Oder: „Hat dieser Bewerber die Persönlichkeit für einen Führungsjob?“ Watson wäre dann auf Basis bestimmter Personal- und Social-Media-Daten in der Lage, psychologische Charaktermerkmale zu identifizieren, die in die Entscheidungen mit einfließen können.

Personalmanagement 4.0: Viele Fragen offen

Bis sich diese Art des Personalmanagements durchsetzt hat, dürfte noch viel Zeit ins Land ziehen. Noch sind zu viele Fragen offen: Was passiert zum Beispiel, wenn die Interpretation und Vernetzung von Daten zwar vollautomatisch passiert, der Algorithmus aber Fehler aufweist und niemand ihn bemerkt? Oder was, wenn Hacker das System umprogrammieren, damit der Bot bewusst die Bewerber, die am besten passen, aussortiert?

Denkbar ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz übrigens auch im Bereich Corporate Health. Hier könnten zum Beispiel über Smartwatches Gesundheits-Daten von Mitarbeitern erhoben werden. Voraussetzung wäre allerdings, dass jeder einzelne Mitarbeiter der Datenerhebung eingewilligt hat.

Gesündere Mitarbeiter durch Künstliche Intelligenz

Wird dann bei der Verarbeitung der anonymisierten Gesundheitsdaten festgestellt, dass sich die Mitarbeiter nur unterdurchschnittlich viel bewegen, könnte die Beteiligung des Arbeitgebers an den Kosten eines Fitnessstudios eine geeignete Maßnahme sein, um Krankheitsausfällen vorzubeugen und das Wohlbefinden der Belegschaft zu steigern. Denkbar sind auch Gesundheits-Wettbewerbe: Erreichen alle teilnehmenden Mitarbeiter eine bestimmte Schrittzahl, winkt als Preis ein gemeinsamer Betriebsausflug.

Bis all diese Trends in der Realität ankommen, dürfte es noch dauern. Manche schaffen es vielleicht nie in die betriebliche Wirklichkeit. Zu groß sind oftmals die Bedenken, die den Anwendungen gegenüberstehen.

CEO und Gründer der HR Tech World in Amsterdam, Marc Coleman, versteht das, rät aber gleichzeitig zu einer gewissen Offenheit: „Neue Technologien bringen massive gesellschaftliche Veränderungen mit sich. Aber vielleicht fokussieren wir manchmal zu stark auf die Risiken und zu wenig auf die positiven Auswirkungen dieser Veränderungen“, sagt er gegenüber hrtoday. „Menschen, Gesellschaften und Organisationen haben in der Vergangenheit Veränderungen bereits erfolgreich gemeistert und gelernt, diese zu ihrem Vorteil zu nutzen. Wir sollten aus der Vergangenheit lernen. So können wir eine bessere Zukunft zu schaffen.“

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