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Cloud Computing: Cloud vs. Festplatte

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Cloud Computing – das klingt nach neuartiger Technologie, nach hochmodernen Serverfarmen, nach Zukunft. Doch tatsächlich besteht das Konzept schon seit einigen Jahrzehnten. Die Wurzeln reichen nämlich bis in die 1960er Jahre zurück. Doch nicht nur in diesem Text möchten wir Ihnen unsere Kernkompetenz präsentieren, sondern eine ganze Reihe von Artikeln zum Thema sollen Ihnen die Cloud näherbringen.

Besonders beliebt ist die Cloud als Speicherlösung für Privatanwender aber auch für Unternehmen. Die Alternative dazu stellt die Festplatte dar. Als sogenannte Hard Disk Drive (HDD mit beweglichen Magnetscheiben) oder moderne Solid State Drive (kurz SSD) ist die Festplatte in jedem Computer vertreten. Dabei ging der Trend bezüglich fest verbauter Speichergrösse in den letzten Jahren immer weiter steil nach oben. Anfang der 80er Jahre waren einige Kilobytes (gespeichert auf Disketten) an Speicherplatz gebräuchlich und ausreichend. In Zeiten von ultra hoch aufgelösten Filmen und grossen Anwendungen reicht das schon lange nicht mehr aus. Häufig verfügen heutzutage bereits kompakte Laptops über hunderte Gigabyte Speicherplatz. Vergleicht man die Speicherleistung eines heutigen Computers mit 30 Jahre alten Modellen, benötigt man sicher mehrere Tausend alte „Maschinen“, um den Speicherplatz eines neuen Rechners zu ersetzen.

Nun steht mit der Cloud-Technologie eine weitere Alternative zur Speicherung von Daten bereit. Gehören Festplatten nun also zum alten Eisen, oder werden sie weiterhin in ihrer aktuellen Form Bestand haben? Zum Duell treten also an: Die (gar nicht so) neuartige Cloud und die alteingesessene Festplatte.

Runde 1: Zugang / Mobilität

Los geht‘s mit der “Achillesferse” des Cloud Computings, dem Zugang zum Speicherplatz. Einerseits kann die Cloud hier gross auftrumpfen, weil man sie quasi immer “dabei hat”. Cloud-Speicher lassen sich von überall her abrufen und nehmen keinen Platz im Gepäck in Anspruch. Wobei wir hier doch zwei Mankos ausgemacht haben: Die Cloud lässt sich zwar von überall aus nutzen, Voraussetzung ist jedoch eine funktionierende Internetverbindung. Ohne Internet kein Cloud-Zugriff. Dagegen trägt man die Festplatte, fest eingebaut im Computer, ohnehin mit sich herum.

Zwischenfazit: Verschiedene Nutzer stellen verschiedene Ansprüche, und je nach Nutzerverhalten wird sich in dieser Kategorie die Cloud oder die Festplatte besser schlagen. Somit bleibt ein Unentschieden, bis hierhin.

Runde 2: Flexibilität

Möchte man seinen Cloud-Speicher vergrössern, können meist schon wenige Klicks helfen: Bei den meisten Anbietern von Cloud-Speicher lassen sich die zusätzlich benötigten Kapazitäten unkompliziert online dazu buchen. So wird aus einem Gigabyte (Platz für 200 Songs) im Nu ein ganzes Terabyte (Platz für 200.000 Musiktitel) oder mehr. Dagegen überfordert die Erweiterung eines fest eingebauten Speichers die meisten Anwender. Ihnen bleibt entweder die (kostenintensive) Aufrüstung durch einen Spezialisten, der Neukauf eines potenteren Computers oder der Griff zu externen Festplatten (welche aber wiederum einige Kritikpunkte bieten → siehe Runde 1). Ach ja: Wer seinen Speicherplatz verringern möchte, kann einfach eine kleinere Cloud-Option buchen. Die Festplatte lässt sich hingegen nicht so einfach dem tatsächlichen Verbrauch anpassen.

In diesem Sinne: 1:0 zu für Cloud Computing!

Runde 3: Power und Haltbarkeit

Die Power von Cloud-Lösungen lässt sich nur schwer mit der von Festplatten vergleichen. Bei der Cloud hängt die Übertragungsgeschwindigkeit eben von der Internetverbindung ab. Je schneller der Internetanschluss, desto leistungsfähiger zeigt sich die Cloud. Festplatten liefern meist eine konstante Leistung, welche sich dann aber auch kaum weiter positiv beeinflussen lässt (ausser durch Austausch). Wer also eine schnelle fest eingebaute SSD besitzt, kann sich glücklich schätzen und wird wohl noch auf lange Zeit mit der schnellsten Cloud konkurrieren können. Anwender mit älteren internen Festplatten oder sogar externen Modellen sind unter Umständen jedoch sogar länger mit dem Laden von Daten beschäftigt als der Cloud-Nutzer.

Doch nicht nur schnell verfügbar, sondern auch lange haltbar sollten die eigenen Daten bereitstehen. Gewöhnliche Hard Drives erfüllen etwa fünf bis zehn Jahre zuverlässig ihren Dienst, bis sich erste Probleme einstellen können. Die modernen SSDs sollten ebenfalls nach zehn Jahren unter die Lupe genommen und gegebenfalls ersetzt werden. Die Cloud hat theoretisch eine unbegrenzte Lebenserwartung. Sofern der Anbieter fortbesteht, kann den Daten auch nichts geschehen. Um die fortwährende Funktion der Server (welche die Cloud bilden) kümmert sich der Anbieter selbst. Deshalb: Aufgepasst bei der Suche nach dem richtigen Anbieter.

Runde drei beschert somit beiden Duellanten jeweils einen Punkt: Die Festplatte wird im Alltag bei den meisten Anwendern (noch) die schnellere Lese- und Schreibgeschwindigkeit bieten, während die Cloud oft unter der schwächelnden Internetverbindung leidet. Das kann und wird sich jedoch (hoffentlich!) in den nächsten Jahren ändern, wenn die Internetgeschwindigkeiten immer weiter wachsen und auch flächendeckend auf einem hohen Niveau verfügbar sind. In Puncto Haltbarkeit muss man dafür bei den festen Speicherformen Abstriche machen. Schon ab fünf Jahren können manche Festplatten Probleme bereiten. Darüber muss man sich als Cloud Nutzer, nach der Wahl eines seriösen Anbieters, keine Gedanken machen.

Nach drei Runden führt der Newcomer Cloud also mit einem knappen 2:1 gegen die „altehrwürdige“ Festplatte. Weitere drei Runden sind noch auszutragen. Dabei beleuchten wir unter anderem ebenfalls entscheidende Kriterien “Kosten” und “Sicherheit”. Doch nun erst einmal eine Verschnaufpause bis zur nächsten Ausgabe unserer Serie zum Thema: Cloud Computing.

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