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Cloud Computing = alter Hut?! Eine kleine Einführung in die Geschichte der Cloud

International business concept with businessman on New York city background with network on map and sunlight

Cloud Computing – das klingt nach neuartiger Technologie, nach hochmodernen Serverfarmen, nach Zukunft. Doch tatsächlich besteht das Konzept schon seit einigen Jahrzehnten. Die Wurzeln reichen nämlich bis in die 1960er Jahre zurück. Woraus “die Cloud“ schliesslich entstand und welche Meilensteine zu erklimmen waren, darum soll es heute gehen. Doch nicht nur in diesem Text möchten wir Ihnen unsere Kernkompetenz präsentieren, sondern eine ganze Reihe von Artikeln zum Thema sollen Ihnen die Cloud näherbringen.

Vom Psychologieprofessor zum Computer-Visionär.

Doch noch einmal ganz von vorn. Beginnen wir mit einem Namen, den der ein oder andere schon einmal gehört haben mag: Joseph Carl Robnett Licklider, besser bekannt als J.C.R. Licklider oder auch “Lick“. Eigentlich Professor für Psychologie, prägte er vor allem die Anfangsjahre des Computer-Zeitalters und legte bedeutende Grundsteine für Künstliche Intelligenz und unser heute als WorldWideWeb bekanntes Internet. Schon im August 1962 formulierte er Konzepte zu einem sogenannten “Galactic Network”. Ein Computer-Netzwerk, welches bereits nahezu alle Ideen enthielt, die unser heutiges Internet ausmachen. Und “mal so nebenbei” etablierte er auch das erste Cloud Computing System. Damit war es für Institutionen wie das Militär und die Universitäten möglich, von jedem vernetzten Computer (welche damals zugegebenermassen nicht besonders zahlreich vorhanden waren) auf Ordner zuzugreifen, die auf einem eigenem Server lagen. Die erste Cloud war geboren.

Wer Licklider sagt, muss auch McCarthy sagen.

Selbstverständlich darf man bei der Entstehungsgeschichte der Cloud John McCarthy nicht vergessen. Er lehrte und forschte zur etwa gleichen Zeit wie Licklider Anfang der 60er Jahre als Professor für Mathematik. Wirklich verblüffend sind seine präzisen Vorhersagen zum Thema Internet und Cloud. Zu einer Zeit, als diese Begriffe noch nicht einmal existierten, konnte er auch schon Industriezweige der Cloud (speziell Software-as-a-service Anbieter) beschreiben.

“Computing may someday be organized as a public utility just as the telephone system is a public utility. Each subscriber needs to pay only for the capacity he actually uses, but he has access to all programming languages characteristic of a very large system (…). Certain subscribers might offer service to other subscribers (…). The computer utility could become the basis of a new and important industry.” John McCarthy, 1961

Lange nichts und dann: Boom.

Mit dem Ausbau der Glasfaserinfrastruktur, beginnend in den 70er Jahren, und der stetigen Ausbreitung des Heimcomputers wurde auch der Weg für komplizierte Cloud-Konzepte geebnet. 1995 wurde von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung GmbH (GMD), heute bekannt als Fraunhofer-Institut, das BSCW System vorgestellt, eine sogenannte “Groupware”, mit der die Zusammenarbeit von mehreren unabhängigen Benutzern über das Internet gewährleistet wurde. Doch so richtig in Fahrt kam die Cloud erst mit dem Boom des WorldWideWeb (geboren 1991), der nicht nur die Dotcom-Blase auslöste, sondern auch den ersten Cloud-Anbieter entstehen liess. Als sogenannter Application Service Provider (ASP), liess Salesforce Unternehmen oder den Heimanwender erstmals über den eigenen Web-Browser auf Dateien in der Cloud zugreifen.

Immer weiter, immer mehr.

Immer mehr Anbieter entstanden, und einzelne Sparten entwickelten jene bunte Vielfalt an Cloud-Anbietern, die wir heute kennen.

Wie genau Cloud-Computing funktioniert und welche Lösungen die Cloud bieten kann (und welche vielleicht auch nicht), erfahren Sie im nächsten Teil unserer Serie zum Thema „Cloud Computing“.

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