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Alles Recruiting ist Matching oder: Warum Bewerbungen und Job-Profile nicht immer matchen

recruiting is matching

Bei der Lektüre von Jobinseraten stellt sich oft die Frage, welcher Bewerber wohl tatsächlich alle Vorgaben erfüllen kann. Nicht umsonst wird geraten, auch solche Jobs in Betracht zu ziehen, bei denen man nur einen Teil der Vorgaben erfüllt. Das führt oft dazu, dass viele Arbeitssuchende sich auf jeden annähernd in Frage kommenden Job bewerben – oft mit frustrierend wenig Erfolg. Auf der anderen Seite haben die Unternehmen nicht weniger Mühe, passende Bewerber für freie Stellen zu finden.

Diese Diskrepanz zwischen Anforderungen der Unternehmen und dem Angebot auf dem Arbeitsmarkt ist nicht nur gefühlt, sondern wird von Fakten gestützt. Wir haben unsere Kundenbeziehungen mit Informationen am Beispiel von über 500 Jobs und 5.000 zugehörigen Bewerbern ausgewertet und die Anforderungen der Arbeitgeber mit den tatsächlichen Fähigkeiten der Kandidaten verglichen. Dabei haben wir uns auf eine Job-Kategorie – kaufmännische Jobs ohne Teamverantwortung – konzentriert, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Es wurden sowohl harte als auch weiche Faktoren im Anforderungsprofil untersucht.

Egal was Du kannst: Ohne die richtige Ausbildung keine Chance.
Fast alle Arbeitgeber haben sehr konkrete Anforderungen an die spezifische Ausbildung. Dabei wird gar nicht danach gefragt, was der Bewerber kann, sondern vor allem auf das Zertifikat geschaut. Dabei hat fast ein Drittel der Bewerber Interesse an neuen Aufgabenfeldern – und bringt auch die nötigen Voraussetzungen mit.

Berufseinsteiger, aber mit Erfahrung! Oder: Lehre fertig – endlich Arbeitslos!
Die Ausbildung alleine reicht aber nicht: Die Hälfte der Jobs setzt Berufserfahrung grundsätzlich voraus. Aber wenn Einsteigerpositionen Berufserfahrung voraussetzen, wo können dann die Einsteiger Erfahrung im Beruf sammeln? Gerade bei Lehrabgängern stellt das ein riesiges Problem dar – ein nicht unerheblicher Anteil der Bewerber im kaufmännischen Bereich hat grosse Mühe, nach erfolgreich abgeschlossener Lehre Arbeit zu finden. Frustrierend – und nicht ohne Problempotenzial für den Arbeitsmarkt.

Und nun dasselbe bitte auch auf Englisch. Und natürlich auch Französisch.
Im kaufmännischen Bereich sind Sprachkenntnisse oft Voraussetzung: Mindestens zwei, oft sogar drei oder mehr Sprachen sollen die Bewerber auf hohem Niveau beherrschen. Der Bewerbermarkt gibt das bei weitem nicht her: Kenntnisse sind zwar vorhanden – was oft zu massiver Selbstüberschätzung von Seiten der Kandidaten führt. Das Niveau entspricht jedoch nicht den Anforderungen der Arbeitgeber. Insbesondere Französisch ist dabei problematisch und wird von wenigen Arbeitnehmern tatsächlich beherrscht.

Wer Du bist, interessiert nicht – Hauptsache die Ausbildung passt!
Bei allen Anforderungen an Ausbildung und Fähigkeiten wird oft kaum darauf geachtet, was der Bewerber für sonstige Eigenschaften und Soft Skills mitbringt. Das ist problematisch – denn Kenntnisse lassen sich erwerben, der Charakter aber wird sich nicht verändern.

Natürlich ist das Motiv der Arbeitgeber, die Hürden für eine Bewerbung möglichst hoch zu setzen verständlich: schliesslich wollen sie nicht nur irgendeinen, sondern den bestmöglichen Bewerber finden – und dabei nicht zu viel Zeit mit der Beurteilung unpassender Bewerbungen verlieren. Allerdings ist die Fokussierung auf harte Faktoren eher kontraproduktiv – denn ein Mitarbeiter, der als Person wertgeschätzt wird und ausserdem noch die Möglichkeit erhält, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, ist für ein Unternehmen sehr viel wertvoller. Insbesondere in Vergleich mit Bewerbern, die vielleicht dem Anforderungsraster entsprechen, sich aber überhaupt nicht mit dem Unternehmen identifizieren können.

Hier bietet das Matchmaking von jacando die Lösung: Der Kandidat wird nicht nur als Datenblatt, sondern als Persönlichkeit beurteilt. So kann von Job zu Job, von Kandidat zu Kandidat flexibel entschieden werden, ob die Ausbildung oder Berufserfahrung relevant sind oder nicht. Hier mehr erfahren!

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